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Hans-Jürgen Hans-Jür­gen schrieb am 04.11.2023 um 2:41
3 oder 25?

Zum Abschluss des ers­ten «Live-Jah­res» und nach nun­mehr fünf Auf­trit­ten von Giant Hog­weed, stellt sich mir die obige Frage: Kann man einem Publi­kum ein 25-minü­ti­ges Song­mons­ter zumu­ten, in Zei­ten, in denen man im schnell­le­bi­gen Musik­busi­ness alles in 3 Minu­ten in die Waag­schale wer­fen und inner­halb der ers­ten 10 oder 20 Sekun­den den Hörer «ein­fan­gen» muss? Für alle, die sich nicht (oder nicht mehr) auf eine sol­che musi­ka­li­sche Odys­see bege­ben wol­len oder kön­nen, war der Sai­son­ab­schluss der Band im Musik­thea­ter Rex mit Sicher­heit der fal­sche Ort.

Aber es gibt Hoff­nung: Im Rex ver­sam­melte sich eine bunte Schar an Zuhö­rern, die wil­lens und offen­sicht­lich in der Lage waren, auch ein lan­ges Supper’s Ready inten­siv zu genie­ßen. Das war eine unglaub­li­che Reise durch diverse musi­ka­li­sche Stim­mun­gen, die durch­aus auch die Kon­zen­tra­tion des Publi­kums ein­ge­for­dert hat. Da gab es sowohl fas­zi­nie­rende Gesangs­parts, als auch mit­rei­ßende instru­men­tale Seg­mente, leise und fast zer­brech­li­che Teile, die schein­bar schwe­re­los den Raum erfüllt haben, aggres­sive und trei­bende Momente, die mit purer Ener­gie die Halle zum Beben brach­ten, sowie stän­dige Ände­run­gen in den musi­ka­li­schen Moti­ven, der Dyna­mik und der Takt­struk­tur. Also eine regel­rechte Tour de Force durch das Flagg­schiff des pro­gres­si­ven Rocks! Gän­se­haut garantiert!

Es fällt schwer, diese Emo­ti­ons­pa­lette wäh­rend Supper’s Ready und den ande­ren alten Gene­sis-Songs des Abends in Worte zu fas­sen. Des­halb gilt auch hier: Dabei sein, ein­tau­chen in die Musik und sich in dem musi­ka­li­schen Kos­mos trei­ben las­sen. Ein fas­zi­nie­ren­des Aben­teuer, auf das man sich ein­las­sen sollte und das jeden reich­hal­tig belohnt!

Nach Abschluss des ers­ten Jah­res kann man an die­ser Stelle auch ein kur­zes Zwi­schen­fa­zit zie­hen: Die junge For­ma­tion, die sich im Herbst 2022 gefun­den und in die­sem Jahr ihre ers­ten erfolg­rei­chen Auf­tritte absol­viert hat, kann im Rück­blick auf eine erstaun­li­che Ent­wick­lung bli­cken. Das Zusam­men­spiel der Band­mit­glie­der ist bereits sehr rou­ti­niert und die Abstim­mun­gen unter­ein­an­der erfol­gen fast blind. Und dass hier abso­lut kom­pe­tente Fach­leute ihre Instru­mente bedie­nen, muss an die­ser Stelle nicht geson­dert erwähnt werden!

Nicht unwe­sent­lich ist natür­lich in die­sem Zusam­men­hang die Tat­sa­che, dass die «Che­mie» inner­halb der Band wirk­lich stimmt und sich dies beim Kon­zert direkt auf das Publi­kum über­trägt. Dies sorgt dafür, dass die sym­pa­ti­sche Band mit die­ser offe­nen und emo­tio­na­len Art alle schnell auf ihre Seite zie­hen kann und ein stim­mungs­vol­ler Auf­tritt gewähr­leis­tet ist. Inso­fern ist jeder Gig von Giant Hog­weed ein ein­zig­ar­ti­ges Erlebnis!

Somit bleibt mir nur noch «Danke» zu sagen an Erik, Michael, Ralf, Ste­fan, Sven (in alpha­be­ti­scher Rei­hen­folge und ohne Wer­tung) und Woll­vieh an den Reg­lern, dass ich Teil die­ser fas­zi­nie­ren­den und erfül­len­den Reise sein durfte. Der Weg ist noch nicht been­det – ich freue mich auf die wei­te­ren Sta­tio­nen in der Geschichte von Giant Hog­weed … only the sky is the limit!

Hans-Jürgen 
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