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Hans-Jürgen Hans-Jür­gen schrieb am 22.04.2023 um 1:34
Pre­mière in Idstein-Wörsdorf!

Frei­tag, 21.04.23: Die neue For­ma­tion «Giant Hog­weed» gab in der «Scheuer» in Idstein-Wörs­dorf ihre Live-Pre­mière! Nach nur weni­gen (Probe-)Monaten trat die im Jahr 2022 gegrün­dete Band erst­mals vor Publi­kum auf. Die Aus­rich­tung der Band (der gepflegte Gene­sis-Fan wird’s dem Band­na­men bereits ent­nom­men haben) bezieht sich auf die Früh­phase von Gene­sis bis ins Jahr 1976.

Natür­lich kamen dem einen oder ande­ren Besu­cher ein paar Gesich­ter oder Namen der Band­mit­glie­der bekannt vor: Ja, Ralf und Ste­fan spiel­ten fast 2 Jahr­zehnte in einer ähn­lich aus­ge­rich­te­ten Band, Erik beabei­tete in die­ser Band 6 Jahre lang die Felle und Sven diente dort mehr­fach als fach­kun­di­ger Ersatz­bas­sist. Diese vier Musi­ker haben nun zusam­men mit Michael an den Tas­ten­in­stru­men­ten eine neue Band mit neuem Namen gegründet.

Aus Respekt vor der alten For­ma­tion und deren Mit­glie­der, deren Weg ich 20 Jahre lang inten­siv ver­fol­gen durfte und deren Live-Auf­tritte ich fast alle mit­er­lebt habe, werde ich hier keine ver­glei­chen­den Bewer­tun­gen der bei­den Bands anstel­len und mich nur auf «Giant Hog­weed» konzentrieren!

Doch nun zum Gig selbst: Der mit Span­nung erwar­tete Auf­tritt in der Scheuer hatte schon im Vor­feld hohe Wel­len geschla­gen und es haben sich einige Gene­sis-Ken­ner für die­sen Abend ange­kün­digt. Wie das bei Pre­mie­ren so ist: Man war natür­lich gespannt, wie sich die neue Band nach so kur­zer Zeit dar­stel­len würde. Mich per­sön­lich hat ins­be­son­dere auch die Inte­gra­tion von Michael ins Band­ge­füge inter­es­siert, da ich ihn bis­her noch nie live erlebt habe, ledig­lich im Pro­be­raum sei­nem Spiel lau­schen durfte. Michael hat aller­dings schon lang­jäh­rige Erfah­run­gen im Musik­sek­tor mit Bands, die sti­lis­tisch sehr breit gefä­chert aus­ge­rich­tet waren. Wer an Inter­esse an pro­gres­si­ver Instru­men­tal-Musik hat, sollte auf jeden Fall mal in Micha­els 2 Solo-Alben rein­hö­ren, die er im Allein­gang ein­ge­spielt hat (www​.oldhill​.de).

Was soll ich sagen? Im Anbe­tracht der kur­zer Vor­lauf­zeit für die­sen Gig und der (rela­tiv) weni­gen Pro­be­ter­mine, kann man unterm Strich nur den Hut zie­hen: Das war extrem beein­dru­ckend, wie bereits zum jet­zi­gen Zeit­punkt ein sehr gutes musi­ka­li­sches Ver­ständ­nis in der Band herrschte und die Abstim­mung unter­ein­an­der meis­tens gut geklappt hat. So etwas kann man eigent­lich in der Kürze der Zeit kaum erwar­ten! Man konnte sehen (und vor allen Din­gen auch hören), dass da ver­sierte Musi­ker auf der Bühne stan­den, die auf eine lang­jäh­rige Erfah­rung zurück­bli­cken können.

Hin­sicht­lich der Set­list gab es natür­lich die «übli­chen Ver­däch­ti­gen»: Wat­cher Of The Skies als Intro, The Return Of The Giant Hog­weed (das musste schon allein wegen dem Band­na­men gespielt wer­den!), das kraft­volle The Cinema Show (die Drums waren unglaub­lich!), ein wie immer fas­zi­nie­ren­des Can-Uti­lity And The Coast­li­ners, das über­ra­gende Firth Of Fifth, die fünf Lamb-Songs und das alles krö­nende Supper’s Ready (die Apo­ca­lypse war unfass­bar inten­siv und emo­tio­nal … wie in einem Rausch)! Und zu Beginn der zwei­ten Hälfte gab es sogar einen ganz uner­war­te­ten Dop­pel­pack: Unquiet Slum­bers For The Slee­pers … und … In That Quiet Earth, die wie auf dem Album Wind & Wut­he­ring mit After­glow gekop­pelt wur­den. Eine schöne und emo­tio­nale Kom­bi­na­tion! Und Wolf­gang an den Reg­lern hat vor allen Din­gen im zwei­ten Teil den nöti­gen kraft­vol­len Sound für einen glän­zen­den Abend gezaubert.

Das Publi­kum war über­aus begeis­tert und hat die Band regel­recht gefei­ert für ihren ers­ten gro­ßen Auf­tritt. Nach so einer gelun­ge­nen Pre­mière fragt man sich, wie das unfass­bare gute Niveau zukünf­tig noch gestei­gert wer­den kann – das ist ja fast unmög­lich! Auf jeden Fall kann man für die Zukunft noch einige Groß­ta­ten die­ser sym­pa­thi­schen Band erwar­ten! Neben den unbe­streit­bar vor­han­de­nen musi­ka­li­schen Fähig­kei­ten der Jungs, waren die detail­lierte und akku­rate Umset­zung und die große Liebe für diese Gene­sis-Klas­si­ker direkt und unmit­tel­bar für alle spür­bar. Ein über­aus gelun­ge­ner Auf­tritt vol­ler Emo­tio­nen vor und auf der Bühne! Cha­peau, meine Her­ren! Das war mehr als überzeugend!

Der nächste Gig von «Giant Hog­weed» fin­det am 07.07.23 (Frei­tag) auf dem Lem­berg in Affal­ter­bach (Höhen­gast­stätte 7 Eichen) statt. Bei (hof­fent­lich) gutem Wet­ter eine per­fekte Loca­tion für einen Open-Air-Auf­tritt! Lei­der kann ich die­sen Ter­min urlaubs­be­dingt nicht wahrnehmen …

Hans-Jürgen 
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