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Hans-Jürgen Hans-Jür­gen schrieb am 09.05.2026 um 1:23
Scheuer 2026

Nach­dem ich lei­der den Gig in der Black­Box aus­fal­len las­sen musste, konnte ich nun mein zwei­tes 2026er Kon­zert von Giant Hog­weed in der Scheuer in Idstein-Wörs­dorf besuchen.

Die rela­tiv kleine Loca­tion war bereits früh­zei­tig gut gefüllt und die Jungs star­te­ten pünkt­lich in ihr 2026er Set.

Was soll ich sagen? Die erfri­schende, mutige und teil­weise auch über­ra­schende Set­list ist wirk­lich ein Traum für Fans der alten Tage! Da wur­den in die­sem Jahr zwar viele «alte Bekannte» gestri­chen, aber durch unge­wöhn­li­che und sel­ten gespielte Werke ersetzt. Man setzte also nicht auf Sicher­heit und zeigte das breite Spek­trum der frü­hen Gene­sis in aller Pracht.

Und die Band konnte somit ein­drucks­voll demons­trie­ren, wel­che tech­ni­schen und musi­ka­li­schen Fähig­kei­ten in ihr ste­cken. Es war eine reine Freude, den Jungs «bei der Arbeit» zuzu­se­hen und sich in die­sen vie­len Meis­ter­wer­ken regel­recht zu verlieren …

Schon der mehr als unge­wöhn­li­che Auf­takt mit Ele­venth Earl Of Mar war ein ein­deu­ti­ger Fin­ger­zeig in die vor­ge­ge­bene Rich­tung des Abends. Danach die bei­den ältes­ten Songs des Abends aus dem Album Tre­s­pass. Ins­be­son­dere White Moun­tain war eine regel­rechte Offen­ba­rung – welch unter­schätz­ter Song aus der Früh­phase von Genesis.

Danach dann (end­lich – nach mei­nem Dafür­hal­ten) das kom­plette The Musi­cal Box! Ein Song, der mit sei­nen Dyna­mik­wech­seln für Furore und Gän­se­haut sorgt. Ein abso­lu­ter Klas­si­ker, der die Scheuer zum Bro­deln brachte! Das sorgte für Stan­ding Ovations!

Nach wei­te­ren High­light-Songs und Publi­kums­p­lea­sern wurde Erik am Schlag­zeug ent­fes­selt und der erste Teil mit einer Schlag­zeug­ka­no­nade am Ende von The Cinema Show abge­schlos­sen. Welch ein traum­haf­ter ers­ter Teil des Abends!

Nach der Pause besuchte die Band zuerst das Fabel­tier Squonk und folgte dann für einige Zeit Rael in den New Yor­ker Unter­grund, um dort selt­same Aben­teuer zu erleben.

Im Anschluss folgte ein wei­te­res, wenn auch kur­zes High­light: Hori­zons, die­ses kleine akus­ti­sche Gitar­ren­stück mar­kierte den Ein­stieg in den fina­len musi­ka­li­schen Olymp mit dem pro­gres­si­ven Über­werk Supper’s Ready! Das kann man eigent­lich nicht beschrei­ben – das muss man selbst erlebt, gese­hen, gehört, gefühlt haben! Eine Apo­ca­lypse im 9/​8‑Rausch und ein herz­zer­rei­ßen­des, schein­bar end­los klin­gen­des «Jeru­sa­lem» zum Abschluss! Mehr geht nicht!

Die Band wurde (zurecht) über­rollt von der Begeis­te­rung der vie­len Fans und star­tete in die Zuga­ben mit einem Tanz auf dem Vul­kan, einem vir­tuo­sen Schlag­zeug­solo und dem abschlie­ßen­den, viel­glied­ri­gen Los Endos.

Ein wah­rer Genuss für die Freunde der frü­hen Gene­sis, dar­ge­bo­ten von einer Band, die mit sicht­ba­rem Selbst­be­wusst­sein und aus­ge­stat­tet mit fan­tas­ti­schen Musi­kern, der aktu­el­len KI-Musik­szene gezeigt hat, was es bedeu­tet, kom­plexe, hand­ge­machte und emo­tio­nale Musik zu machen, die man auch noch in vie­len Jah­ren hören wird. Well done!

So hat der Abend wie­der ein­mal gezeigt, wel­che Begeis­te­rung diese Musik aus­lö­sen und hof­fent­lich auch gesund­heits­för­dernde Wir­kung ent­fal­ten kann (auch ohne Rezept, liebe Elisabeth).

Der nächste Gig ist am Frei­tag (!) 26. Juni, im 7 Eichen (Lem­berg) in Affalterbach.

Hans-Jürgen 
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